Zum Nachtessen sind wir in ein Sukiyaki-Restaurant gegangen. Sukiyaki ist sowas wie japanisches Fleisch-Fondue. Der Topf ist dabei eher flach, dafür etwas breiter. Als mir ein rohes Ei in einer Schale hingestellt wurde, hat mein Magen schon mal Vor-Alarm geschlagen. Mario meinte dann, er esse das dann schon. Puuh, nochmal Glück gehabt.
Auch die Appetizer sahen sehr exotisch aus und nach den Alkohol-Exzessen der letzten Tage wollte ich meinem Magen mal eine Ruhe-Pause gönnen, deshalb habe ich nur so etwas komisches, knall-grünes probiert, das sich vom Geschmack her auch prompt als irgendein See-Obst/-Gemüse/-Wasauchimmer rausstellte. *yuck* Ich habs an diesem Abend dann mit dem Essens-Experimenten grösstenteils sein gelassen.
Im Sukiyaki-Topf wird zuerst mal die erste Runde Fleisch und Gemüse angebraten und danach werden die Sosse und Wasser reingekippt. Danach kommen die weiteren Zutaten dazu, wie Nudel-Bällchen, Tofu, Reis-Cake, japanische Pilze (endlich mal Pilze die mir schmecken; sehen übrigens aus wie Magic Mushrooms, haben aber keine psychedelische Wirkung), komisches Grünzeug (keine Ahnung was das war, war auf jeden Fall war es extrem zäh), Zwiebeln und noch ein paar andere Dinge.
Man fängt dann mal an zu essen, nimmt worauf man gerade Lust hat und füllt den Topf immer mal wieder mit frischen Zutaten und insbesondere Fleisch. Das Fleisch sieht übrigens selbst roh extrem lecker aus und ist schön mit Fett gesprenkelt (siehe auf den Fotos). Mir wurde dann auch bald klar, wozu das rohe Ei da ist. Man packt das gekochte/gebratene Fleisch in das verquirlte Ei und ist dies dann so. Ich habe aber meinem Magen zuliebe darauf verzichtet und das Fleisch halt einfach so gegessen.
Ich glaube danach sind wir noch in den McD gegangen (oder war's ein Tag vorher? - bei all den Eindrücken hier sollte man das Blog-Schreiben täglich erledigen, sonst kriegt man ein Durcheinander). Auf jeden Fall gibt es hier McTeriyaki Burger, mit einer ultra-mega-extremely-leckeren Sosse :)
Danach haben wir uns wieder mal in der Shinjuku Station verlaufen, aber am Schluss doch noch rechtzeitig die U-Bahn zum Stadtteil Roppongi erwischt. Selbst am Wochenende fährt die letzte U-Bahn hier um halb Eins, das finde ich irgendwie untypisch für eine so grosse Stadt. In Roppongi sind wir dann ins Muse. Das ist so eine Mischung zwischen Bar und Disco, recht verwinkelt und stylish eingerichtet. Es hat auch immer mal wieder einen Neben-Raum, wo man Darts, Billard oder Ping-Pong/Tischtennis spielen oder einfach nur chillen kann. Der Ausländer-Anteil - also ich meine damit jetzt Nicht-Japaner/-Asiaten ;) - war recht hoch, wobei das wohl am Stadtteil liegt, den Roppongi scheint das internationale Vergnügungs-Viertel zu sein. Wohl auch darum zählt es als der unsicherste Stadtteil von Tokio, wobei für unsere Verhältnisse (Basel Steinen an einem Samstag abend) macht es immer noch einen sicheren Eindruck.
Wir sind dort geblieben, bis der Laden dicht gemacht hat, ich glaube (sorry, aber ich war echt betrunken %), das war so um 5 Uhr morgens. Danach sind wir im McD noch etwas essen gegangen. (Genau vor der Türe des McD durften wir übrigens wieder mal das "Massagi?"-Angebot einer netten Dame ablehnen. *lol*) Im McD haben die dort um diese Zeit nur entweder diese grässlichen Frühstücks-Burger oder McHotDogs im Angebot, so dass ich halt zwei McHotDogs verdrückt habe. Mit dem Taxi gings dann zurück ins Hotel, wobei wir auf dem Rückweg aus irgendeinen Grund %) die ganze Zeit über den FC Basel diskutiert haben.
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Sonntag, 8. März 2009
Tokio - Woche 1 - Freitag
Am Freitag haben wir ausgepennt (ich bis um 16 Uhr ;) und abends um 17.30 eine Kollegin von Mario an der Shinjuku Station getroffen. Sie kommt ursprünglich aus Südkorea und arbeitet in der Overseas-Abteilung einer japanischen Firma. Wir sind mit ihr dann nach Koreantown - das ist wie wir festgestellt haben ganz in der Nähe unseres Hotels - in ein koreanisches Restaurant gegangen. Dort musste ich auch zum ersten Mal im Restaurant meine Schuhe ausziehen. Man sitzt dort aber nicht im Schneidersitz einfach so am Boden, sondern der Tisch ist quasi im Boden "versenkt", so dass es vom Sitzgefühl her wie eine Bank ohne Lehne ist und man unter dem Tisch genug Platz für die Beine hat.
Leider hatte ich noch nicht wirklich Hunger, für mich war es ja quasi das Frühstück, aber trotzdem wars echt lecker. Die Koreaner scheinen - wie ich auch - Knoblauch zu lieben :) Als der Kellner ein ganzes gekochtes Hühnchen in einer Suppe brachte und es am Tisch auseinandernahm, dachte ich mir dann aber "Ohoh, was kommt jetzt?". Habe es dann doch probiert und es war geschmacklich echt lecker. Mario schwärmt heute noch davon, mein Fall war es aber nicht unbedingt, da das Fleisch teilweise noch am Knochen hing, was ich als Zubereitungsart nicht wirklich mag. Seine Kollegin meinte dann zu mir "Try this, it's really good" und deutete auf eine gelbe Knolle, die in der Suppe schwamm. Als ich mich überwunden hatte, es zu probieren, war ich total überrascht, denn es war ein Marroni! :)
Zum Essen haben wir neben den normalen Getränken noch eine Flasche Shochu bestellt, man könnte sagen, das ist sowas wie japanischer Wodka. Die Flasche ähnelte einer europäischen Bierflasche, getrunken wird es aber aus Shot-Gläsern. Wenn man - wie ich - dazu überredet wird, nach jedem Stück Fleisch einen Schluck zu trinken, fängt der Abend schon mal lustig an %)
Nach dem Essen sind wir weiter in eine koreanische Bar gegangen, haben viel getrunken, geredet und nebenbei lief auch noch das Baseball-Spiel Korea gegen China (oder war es Taiwan?) im TV, wobei die Koreaner glaube ich am Schluss gewonnen haben :) Der Barbesitzer war übrigens ein Studien-Kollege ihres Bruders, so dass unsere Drinks recht alkoholisch gemixt waren für japanische Verhältnisse, das heisst vergleichbar mit europäischen Drinks.
Als sie mitgekriegt hat, dass ich Ende März nach Seoul weiterreise, hat sie prompt einen Bekannten in Seoul angerufen und ihn gefragt, ob er mich dort mal in den Ausgang mitnehmen würde. Ich habe auch noch etwas mit ihm geredet und soll ihn einfach mal anrufen, sobald ich dort bin. Sie meinte noch, ich solle ihn dann erst abends anrufen, denn als Bar-Besitzer sei er eher nachtaktiv. Hehe, das wird sicher lustig in Seoul :)
Zum Thema Nord-/Süd-Korea (Mario meinte, ich dürfe sie ruhig mal fragen) meinte sie nicht wirklich viel, ausser, dass es aus ihrer Sicht noch zu früh für eine Wiedervereinigung sei, der Unterschied zwischen den Ländern sei einfach noch zu gross und sie befürchtet, dass es so ähnlich rauskommt wie in Deutschland, als/seit die Mauer fiel. Sie meinte, dass es in Zukunft aber durchaus irgendwann mal gut rauskommen könnte, wenn man die nordkoreanische Arbeitskraft mit der südkoreanischen Wirtschaftskraft/Technologie-Firmen verbinden könnte.
Ihr Freund ist später auch noch in die Bar gekommen, er kommt aus China und sprach leider nur Chinesisch und Japanisch, so dass Mario den Simultan-Übersetzer machen musste. War aber nicht weiter schlimm, denn wie wir festgestellt haben, arbeitet er auch in der IT (im Mobile Java / J2ME Bereich) und ich glaube IT-ler verstehen sich trotz Sprachbarrieren immer irgendwie. Er hat sich übrigens sehr für das iPhone und die iPhone-Apps interessiert :)
Mario und ich sind danach noch weiter etwas rumgelaufen und per Zufall in einen "Food of the World"-Laden gestolpert. Dort gab es zum Beispiel Gruyére und Emmentaler, echten italienischen Salami, französischen Senf und viele weitere extrem leckere Sachen aus aller Welt. Ich hoffe, wir finden den Laden wieder, denn irgendwie haben wir beide Lust, mal wieder ein Sandwich mit Schweizer Käse und italienischem Salami zu verdrücken. :) Eine internationale Alkohol-Auswahl (Weine, Spirituosen, etc.) hatte es übrigens auch. Aus der Schweiz hatte es Kübler-Absinth, aber eben leider kein Ueli-Bier ;)
Als wir dann noch etwas durch die Stadt treiben liessen, meinte ich plözlich: "Wart mal, die Strasse hier sieht so ähnlich aus wie die aus Google Street View als ich den Plan zu einem Tauch-Shop gesucht habe". Und tatsächlich, ohne diesen Shop gerade zu suchen oder die Adresse zu wissen, haben wir genau den Tauch-Shop den ich im Netz gesehen habe mitten in Tokio gefunden. Natürlich hatte der schon zu, denn es war schon längst nach Mitternacht. Muss dort aber unbedingt nochmal am Tag hingehen. Ist schon lustig, wenn wir was bestimmtes suchen, verlaufen wir uns dauernd; aber wenn wir einfach planlos in der Stadt rumlaufen, finden wir die coolsten Sachen.
Den Abend haben wir dann in gemütlich in einer Bar ausklingen lassen. Den Dart-spielenden Japanern dort hätte ich aber besser nicht zugeschaut, denn mein Darter-Ego hat dadurch schon ein klein wenig gelitten...
Leider hatte ich noch nicht wirklich Hunger, für mich war es ja quasi das Frühstück, aber trotzdem wars echt lecker. Die Koreaner scheinen - wie ich auch - Knoblauch zu lieben :) Als der Kellner ein ganzes gekochtes Hühnchen in einer Suppe brachte und es am Tisch auseinandernahm, dachte ich mir dann aber "Ohoh, was kommt jetzt?". Habe es dann doch probiert und es war geschmacklich echt lecker. Mario schwärmt heute noch davon, mein Fall war es aber nicht unbedingt, da das Fleisch teilweise noch am Knochen hing, was ich als Zubereitungsart nicht wirklich mag. Seine Kollegin meinte dann zu mir "Try this, it's really good" und deutete auf eine gelbe Knolle, die in der Suppe schwamm. Als ich mich überwunden hatte, es zu probieren, war ich total überrascht, denn es war ein Marroni! :)
Zum Essen haben wir neben den normalen Getränken noch eine Flasche Shochu bestellt, man könnte sagen, das ist sowas wie japanischer Wodka. Die Flasche ähnelte einer europäischen Bierflasche, getrunken wird es aber aus Shot-Gläsern. Wenn man - wie ich - dazu überredet wird, nach jedem Stück Fleisch einen Schluck zu trinken, fängt der Abend schon mal lustig an %)
Nach dem Essen sind wir weiter in eine koreanische Bar gegangen, haben viel getrunken, geredet und nebenbei lief auch noch das Baseball-Spiel Korea gegen China (oder war es Taiwan?) im TV, wobei die Koreaner glaube ich am Schluss gewonnen haben :) Der Barbesitzer war übrigens ein Studien-Kollege ihres Bruders, so dass unsere Drinks recht alkoholisch gemixt waren für japanische Verhältnisse, das heisst vergleichbar mit europäischen Drinks.
Als sie mitgekriegt hat, dass ich Ende März nach Seoul weiterreise, hat sie prompt einen Bekannten in Seoul angerufen und ihn gefragt, ob er mich dort mal in den Ausgang mitnehmen würde. Ich habe auch noch etwas mit ihm geredet und soll ihn einfach mal anrufen, sobald ich dort bin. Sie meinte noch, ich solle ihn dann erst abends anrufen, denn als Bar-Besitzer sei er eher nachtaktiv. Hehe, das wird sicher lustig in Seoul :)
Zum Thema Nord-/Süd-Korea (Mario meinte, ich dürfe sie ruhig mal fragen) meinte sie nicht wirklich viel, ausser, dass es aus ihrer Sicht noch zu früh für eine Wiedervereinigung sei, der Unterschied zwischen den Ländern sei einfach noch zu gross und sie befürchtet, dass es so ähnlich rauskommt wie in Deutschland, als/seit die Mauer fiel. Sie meinte, dass es in Zukunft aber durchaus irgendwann mal gut rauskommen könnte, wenn man die nordkoreanische Arbeitskraft mit der südkoreanischen Wirtschaftskraft/Technologie-Firmen verbinden könnte.
Ihr Freund ist später auch noch in die Bar gekommen, er kommt aus China und sprach leider nur Chinesisch und Japanisch, so dass Mario den Simultan-Übersetzer machen musste. War aber nicht weiter schlimm, denn wie wir festgestellt haben, arbeitet er auch in der IT (im Mobile Java / J2ME Bereich) und ich glaube IT-ler verstehen sich trotz Sprachbarrieren immer irgendwie. Er hat sich übrigens sehr für das iPhone und die iPhone-Apps interessiert :)
Mario und ich sind danach noch weiter etwas rumgelaufen und per Zufall in einen "Food of the World"-Laden gestolpert. Dort gab es zum Beispiel Gruyére und Emmentaler, echten italienischen Salami, französischen Senf und viele weitere extrem leckere Sachen aus aller Welt. Ich hoffe, wir finden den Laden wieder, denn irgendwie haben wir beide Lust, mal wieder ein Sandwich mit Schweizer Käse und italienischem Salami zu verdrücken. :) Eine internationale Alkohol-Auswahl (Weine, Spirituosen, etc.) hatte es übrigens auch. Aus der Schweiz hatte es Kübler-Absinth, aber eben leider kein Ueli-Bier ;)
Als wir dann noch etwas durch die Stadt treiben liessen, meinte ich plözlich: "Wart mal, die Strasse hier sieht so ähnlich aus wie die aus Google Street View als ich den Plan zu einem Tauch-Shop gesucht habe". Und tatsächlich, ohne diesen Shop gerade zu suchen oder die Adresse zu wissen, haben wir genau den Tauch-Shop den ich im Netz gesehen habe mitten in Tokio gefunden. Natürlich hatte der schon zu, denn es war schon längst nach Mitternacht. Muss dort aber unbedingt nochmal am Tag hingehen. Ist schon lustig, wenn wir was bestimmtes suchen, verlaufen wir uns dauernd; aber wenn wir einfach planlos in der Stadt rumlaufen, finden wir die coolsten Sachen.
Den Abend haben wir dann in gemütlich in einer Bar ausklingen lassen. Den Dart-spielenden Japanern dort hätte ich aber besser nicht zugeschaut, denn mein Darter-Ego hat dadurch schon ein klein wenig gelitten...
Mittwoch, 4. März 2009
Tokio - Woche 1 - Dienstag
Am Dienstag sind wir recht spät aufgestanden. Mario wollte sich eine Digicam kaufen, darum sind wir in einen Elektronik-Laden gegangen. Bei BIC Camera war alles vollgestopft mit Kameras, Zubehör, usw. und es herrschte ein Riesenbetrieb. Preise sind übrigens etwa gleich wie bei uns. Dort habe ich auch noch eine Ersatzbatterie für meinen Tauchcomputer ergattern können, just in case.
Dann sind zur Shinjuku Station (Non Smoking) gegangen und wollten eine U-Bahn nach Roppongi nehmen. Es hat aber einige Zeit gedauert, bis wir rausgefunden haben, welche U-Bahn wir nehmen müssen. Die Pläne gibts da auch auf Englisch, aber das nützt einem nichts, wenn man auf den Plan mit den normalen Zügen guckt statt auf den U-Bahn-Plan ;) Tickets kann man am Automaten rauslassen, die Preise sind auf einer Tafel angeschrieben (neben Japanisch auch auf Englisch); man wirft zuerst Geld ein und wählt dann via Touchscreen den gewünschten Fahrpreis. Mit dem Ticket kommt man dann durch die "Schranke" (dazu gleich mehr) zu den Geleisen. Übrigens sind hier die Rolltreppen seitenverkehrt (also die nach unten ist linkerhand); man steht links und geht rechts. Auch auf den normalen Treppen und in den Stationen selber herrscht Fussgänger-Linksverkehr.
In der U-Bahn (und auch in den Stationen) sieht man einige Leute (ich würde mal sagen ca. 5-10%) mit Mundschutz rumrennen, die Gründe dafür sind a) man will sich nix einfangen (finde ich etwas paranoid) oder b) man will niemanden anstecken wenn man krank ist (das finde ich extrem rücksichtsvoll).
In der U-Bahn selber werden die Stationen auf Englisch und Japanisch angezeigt und angesagt, was ich sehr praktisch finde. Beim Ausgang durfte ich dann erstmal mein Ticket suchen, da es dort nochmal so eine "Schranke" hatte; das Ticket wir am Ausgang gleich einbehalten, so dass man das überflüssige Papier gleich los ist. Diese "Schranken" sind übrigens normalerweise offen, nur wenn man (am Eingang) kein gültiges Ticket hat oder (am Ausgang) zu weit gefahren ist, machen sie vor einem zu. Wenn man zu weit gefahren ist, kann man aber an einem Automaten nachlösen, das kostet wohl auch keinen Aufpreis oder Strafe. Von dem her kann man, wenn man keinen Plan hat, wohin man will bzw. was es kostet, einfach mal das billigste Ticket nehmen und die U-Bahn benutzen, am Ausgang kann man ja immer noch Nachzahlen.
In Roppongi sind wir dann im Hard Rock Café Tokyo Roppongi essen gegangen, ist ein eher kleines, dafür aber gemütliches HRC und im Shop hatte es recht geile T-Shirts und Pullover. Ja, ich habe einen T-Shirt-Tick, ich weiss ;) Hier gleich noch ein Gruss an Yoli und Lisa, ich habe für euch auch etwas ergattern können!
Wir sind danach mit der U-Bahn zurückgefahren und haben uns in der Shinjuku Station böse verlaufen, da wir an der Station "Shinjuku" ausgestiegen sind, statt "Shinjuku-Nishiguchi" (dort waren wir eingestiegen). Und nein, wir waren nicht etwa am falschen Bahnhof, sondern dieser Bahnhof ist so riesengross - angeblich der grösste der Welt -, dass dieselbe U-Bahn-Linie dort mehrere Haltestellen hat. Wir sind dann sicher 20 Minuten unter der Erde rumgerannt, bis wir den richtigen Ausgang gefunden hatten.
Zurück ins Hotel, frisch machen fürs Nightlife und dann mit dem Taxi nach Shibuya. Zuerst im falschen Ecken gelandet, keine Clubs/Discos, dafür tonnenweise "Love Hotels". Nein, das sind nicht etwa Puffs, sondern Stundenhotels mit speziell dekorierten Zimmern, welche von den Leuten wohl benutzt werden weil sie a) noch bei den Eltern oder im Studentenheim leben, b) die Wände der eigenen Wohnung zu dünn sind, c) sie eine Affäre haben oder d) der Heimweg aus der Disco mit der neusten Eroberung zu weit wäre. Bei einigen Hotels hats draussen sogar Fotos von den verschiedenen Zimmern, von stylish bis schräg ist da alles zu haben ;)
Finally sind war dann im Atom Club gelandet, Eintritt umgerechnet 12 Franken. Security am Eingang war recht gechillt und Dresscode gabs da praktisch nicht. Keine Garderobe wie bei uns, sondern tonnenweise Schliessfächer, wo man sein Zeug deponieren kann. Drinks 6 bzw. 8.50 Franken, Vodka/Bull 12 Franken (Red Bull ist hier sau-teuer, kein Wunder, da Importiert und "Made in Austria"). Die Drinks sind etwas kleiner als bei uns, aber man kann sich gleich teuer oder günstiger als bei uns volllaufen lassen.
Der Sound entsprach grösstenteils meinem Geschmack, viel Elektronisches aller Art (zum Glück kein House ;) und R&B/HipHop-Mixes mit gutem Beat. Die Japaner getrauten sich anfangs (so um Mitternacht) nicht auf die Tanzfläche, bis sie dann so 1-2 Stunden später genug Alkohol intus hatten. Fand ich nicht weiter tragisch, bin ja selber auch so einer ;)
Der Club war für nen Dienstag wohl gut besucht und es waren 2 von 3 Floors offen, die DJs hatten alle MacBooks neben den Turntables. Ich hab niemanden Platten wechseln sehen, deshalb nehme ich mal an, das hier alles voll-digital abläuft und auf den Turntables nur Timecoded Vinyl lag um die MP3s Vinyl-like abspielen und mixen zu können. Zum Publikum kann ich kurz folgendes sagen: Alles voll gechillt, keine Stressköpfe, die Mädels grösstenteils gutaussehend und teilweise mit extrem kurzen Minis :P und ein Teil der Jungs hatte wohl nen inoffiziellen "Wer hat die schrägste Frisur"-Contest. Tanzstil total gemischt, von verhalten bis hyperaktiv war alles dabei.
Wir sind dann so um 4 Uhr gegangen, haben uns noch schnell nen Fast-Food-Snack - Reis mit Rindfleisch, dazu Tee - reingezogen und sind dann mit dem Taxi zurück ins Hotel. Achja: Bei den Taxis hat es an der Windschutzscheibe ein Display mit japanischen Zeichen. Die muss man nicht kennen, man muss nur wissen, dass Rot=Frei und Grün=Besetzt heisst. Wieder mal verkehrte Welt ;) Und noch ein Tipp: Immer ein paar Kärtchen des Hotels (mit Adresse und Lage-Plan) mitnehmen, sonst könnte es als Ausländer schwierig werden, dem Taxifahrer zu erklären wo man hin will ;)
Dann sind zur Shinjuku Station (Non Smoking) gegangen und wollten eine U-Bahn nach Roppongi nehmen. Es hat aber einige Zeit gedauert, bis wir rausgefunden haben, welche U-Bahn wir nehmen müssen. Die Pläne gibts da auch auf Englisch, aber das nützt einem nichts, wenn man auf den Plan mit den normalen Zügen guckt statt auf den U-Bahn-Plan ;) Tickets kann man am Automaten rauslassen, die Preise sind auf einer Tafel angeschrieben (neben Japanisch auch auf Englisch); man wirft zuerst Geld ein und wählt dann via Touchscreen den gewünschten Fahrpreis. Mit dem Ticket kommt man dann durch die "Schranke" (dazu gleich mehr) zu den Geleisen. Übrigens sind hier die Rolltreppen seitenverkehrt (also die nach unten ist linkerhand); man steht links und geht rechts. Auch auf den normalen Treppen und in den Stationen selber herrscht Fussgänger-Linksverkehr.
In der U-Bahn (und auch in den Stationen) sieht man einige Leute (ich würde mal sagen ca. 5-10%) mit Mundschutz rumrennen, die Gründe dafür sind a) man will sich nix einfangen (finde ich etwas paranoid) oder b) man will niemanden anstecken wenn man krank ist (das finde ich extrem rücksichtsvoll).
In der U-Bahn selber werden die Stationen auf Englisch und Japanisch angezeigt und angesagt, was ich sehr praktisch finde. Beim Ausgang durfte ich dann erstmal mein Ticket suchen, da es dort nochmal so eine "Schranke" hatte; das Ticket wir am Ausgang gleich einbehalten, so dass man das überflüssige Papier gleich los ist. Diese "Schranken" sind übrigens normalerweise offen, nur wenn man (am Eingang) kein gültiges Ticket hat oder (am Ausgang) zu weit gefahren ist, machen sie vor einem zu. Wenn man zu weit gefahren ist, kann man aber an einem Automaten nachlösen, das kostet wohl auch keinen Aufpreis oder Strafe. Von dem her kann man, wenn man keinen Plan hat, wohin man will bzw. was es kostet, einfach mal das billigste Ticket nehmen und die U-Bahn benutzen, am Ausgang kann man ja immer noch Nachzahlen.
In Roppongi sind wir dann im Hard Rock Café Tokyo Roppongi essen gegangen, ist ein eher kleines, dafür aber gemütliches HRC und im Shop hatte es recht geile T-Shirts und Pullover. Ja, ich habe einen T-Shirt-Tick, ich weiss ;) Hier gleich noch ein Gruss an Yoli und Lisa, ich habe für euch auch etwas ergattern können!
Wir sind danach mit der U-Bahn zurückgefahren und haben uns in der Shinjuku Station böse verlaufen, da wir an der Station "Shinjuku" ausgestiegen sind, statt "Shinjuku-Nishiguchi" (dort waren wir eingestiegen). Und nein, wir waren nicht etwa am falschen Bahnhof, sondern dieser Bahnhof ist so riesengross - angeblich der grösste der Welt -, dass dieselbe U-Bahn-Linie dort mehrere Haltestellen hat. Wir sind dann sicher 20 Minuten unter der Erde rumgerannt, bis wir den richtigen Ausgang gefunden hatten.
Zurück ins Hotel, frisch machen fürs Nightlife und dann mit dem Taxi nach Shibuya. Zuerst im falschen Ecken gelandet, keine Clubs/Discos, dafür tonnenweise "Love Hotels". Nein, das sind nicht etwa Puffs, sondern Stundenhotels mit speziell dekorierten Zimmern, welche von den Leuten wohl benutzt werden weil sie a) noch bei den Eltern oder im Studentenheim leben, b) die Wände der eigenen Wohnung zu dünn sind, c) sie eine Affäre haben oder d) der Heimweg aus der Disco mit der neusten Eroberung zu weit wäre. Bei einigen Hotels hats draussen sogar Fotos von den verschiedenen Zimmern, von stylish bis schräg ist da alles zu haben ;)
Finally sind war dann im Atom Club gelandet, Eintritt umgerechnet 12 Franken. Security am Eingang war recht gechillt und Dresscode gabs da praktisch nicht. Keine Garderobe wie bei uns, sondern tonnenweise Schliessfächer, wo man sein Zeug deponieren kann. Drinks 6 bzw. 8.50 Franken, Vodka/Bull 12 Franken (Red Bull ist hier sau-teuer, kein Wunder, da Importiert und "Made in Austria"). Die Drinks sind etwas kleiner als bei uns, aber man kann sich gleich teuer oder günstiger als bei uns volllaufen lassen.
Der Sound entsprach grösstenteils meinem Geschmack, viel Elektronisches aller Art (zum Glück kein House ;) und R&B/HipHop-Mixes mit gutem Beat. Die Japaner getrauten sich anfangs (so um Mitternacht) nicht auf die Tanzfläche, bis sie dann so 1-2 Stunden später genug Alkohol intus hatten. Fand ich nicht weiter tragisch, bin ja selber auch so einer ;)
Der Club war für nen Dienstag wohl gut besucht und es waren 2 von 3 Floors offen, die DJs hatten alle MacBooks neben den Turntables. Ich hab niemanden Platten wechseln sehen, deshalb nehme ich mal an, das hier alles voll-digital abläuft und auf den Turntables nur Timecoded Vinyl lag um die MP3s Vinyl-like abspielen und mixen zu können. Zum Publikum kann ich kurz folgendes sagen: Alles voll gechillt, keine Stressköpfe, die Mädels grösstenteils gutaussehend und teilweise mit extrem kurzen Minis :P und ein Teil der Jungs hatte wohl nen inoffiziellen "Wer hat die schrägste Frisur"-Contest. Tanzstil total gemischt, von verhalten bis hyperaktiv war alles dabei.
Wir sind dann so um 4 Uhr gegangen, haben uns noch schnell nen Fast-Food-Snack - Reis mit Rindfleisch, dazu Tee - reingezogen und sind dann mit dem Taxi zurück ins Hotel. Achja: Bei den Taxis hat es an der Windschutzscheibe ein Display mit japanischen Zeichen. Die muss man nicht kennen, man muss nur wissen, dass Rot=Frei und Grün=Besetzt heisst. Wieder mal verkehrte Welt ;) Und noch ein Tipp: Immer ein paar Kärtchen des Hotels (mit Adresse und Lage-Plan) mitnehmen, sonst könnte es als Ausländer schwierig werden, dem Taxifahrer zu erklären wo man hin will ;)
Tokio First Impressions - Part 2
Nachdem wir also am Montag abend das Hotelzimmer bezogen hatten, sind wir dann erstmal ein Restaurant suchen gegangen. Das war gar nicht so einfach, denn viele Restaurants machen schon um 22 oder 23 Uhr zu. Da unser Hotel mitten in Kabuki-cho - dem grössten Vergnügungsviertel von Tokio - ist, hatte es neben Restaurants auch viele Spielhallen (mit tonnenweise blinkenden Lichtern - zum Glück bin ich kein Epileptiker) und Entertainment Clubs. Am Anfang ist das ja auch ganz lustig, an jeder Strassenecke angequatscht zu werden, aber nachdem man zum x-ten Mal "Massagi?", "Want to have a nice time?", oder im Extremfall "Blowjob?" angeboten bekommt, geht das einem einfach nur noch auf den Keks. Zum Glück respektieren die meisten "Anbieter" ein Kopfschütteln oder ein simples "No" und lassen einen in Ruhe. Die aufdringlicheren wird man los, indem man so tut, als ob man kein Japanisch und kein Englisch kann.
Nachdem wir dann zum dritten Mal durch die selbe Strasse gelatscht sind - man kann sich als Ausländer extrem schnell verlaufen, sieht auf den ersten Blick alles gleich aus - haben wir dann ein Yakiniku-Restaurant im 2. Stock gefunden; hier hat es in den Häusern praktisch keine Wohnungen, auf den Stöcken sind entweder Restaurants, Spielhallen, Shops oder eben Entertainment Clubs. (Im Lift durften wir übrigens wieder mal jemanden abwimmeln, der uns im 5. Stock eine "Good Time" andrehen wollte.)
Bei Yakiniku sitzt man an einem Tisch mit eingelassenem Gas-Grill und bestellt von einer reichlich bebilderten Karte die gewünschten rohen Zutaten, die man danach selber grillt. Es gibt dort auch All-You-Can-Eat, da muss man aber "Strafe" zahlen, wenn man was übrig lässt. Wir bestellten dann verschiedene Arten Fleisch (Rind, Schwein und Innereien), Seegras sowie Gemüse; Reis gabs natürlich auch noch dazu. War insgesamt sehr lecker, die Innereien waren nicht so mein Ding; dafür fand ich das Seegras noch interessant, schmeckt irgendwie wie gesalzenes Esspapier aus Grünzeug. Der Service ist auch effizient organisiert, man hat eine (elektrische) Klingel am Platz und wird dann praktisch sofort bedient; die Bedienung ist natürlich auch hier extrem freundlich.
Danach sind wir noch in eine Bar etwas trinken gegangen und haben ein paar Runden Dart gespielt. Die Dartkästen und Pfeile sind hier in sehr gutem Zustand und technologisch viel weiter als bei uns. Der Dartkasten hat ein echtes LCD-Display und Internet-Verbindung, mit einer Chipkarte kann man sich sogar online mit Kollegen messen. Beim Cricket (eine Dart-Variante) gabs auch noch einen Unterschied zu den Schweizer Kästen: Wenn man zuviele Punkte auf dem selben Feld gesammelt hat, kann man dort keine Punkte mehr sammeln und muss auf die anderen Felder werfen, ich nehme mal an, damit es dem schlechteren Spieler trotzdem noch Spass macht, da er so immer noch aufholen kann.
Bevor wir zurück ins Hotel sind, habe ich noch in einem 24h-Laden Klamotten und Zahnpasta, etc. gekauft, da mein Zeug ja alles im verspäteten Koffer war. Bei den Klamotten habe ich die grösste Grösse "LL" genommen, hat aber alles gut gepasst, japanisch "LL" ist wohl vergleichbar mit europäisch "L".
Nachdem wir dann zum dritten Mal durch die selbe Strasse gelatscht sind - man kann sich als Ausländer extrem schnell verlaufen, sieht auf den ersten Blick alles gleich aus - haben wir dann ein Yakiniku-Restaurant im 2. Stock gefunden; hier hat es in den Häusern praktisch keine Wohnungen, auf den Stöcken sind entweder Restaurants, Spielhallen, Shops oder eben Entertainment Clubs. (Im Lift durften wir übrigens wieder mal jemanden abwimmeln, der uns im 5. Stock eine "Good Time" andrehen wollte.)
Bei Yakiniku sitzt man an einem Tisch mit eingelassenem Gas-Grill und bestellt von einer reichlich bebilderten Karte die gewünschten rohen Zutaten, die man danach selber grillt. Es gibt dort auch All-You-Can-Eat, da muss man aber "Strafe" zahlen, wenn man was übrig lässt. Wir bestellten dann verschiedene Arten Fleisch (Rind, Schwein und Innereien), Seegras sowie Gemüse; Reis gabs natürlich auch noch dazu. War insgesamt sehr lecker, die Innereien waren nicht so mein Ding; dafür fand ich das Seegras noch interessant, schmeckt irgendwie wie gesalzenes Esspapier aus Grünzeug. Der Service ist auch effizient organisiert, man hat eine (elektrische) Klingel am Platz und wird dann praktisch sofort bedient; die Bedienung ist natürlich auch hier extrem freundlich.
Danach sind wir noch in eine Bar etwas trinken gegangen und haben ein paar Runden Dart gespielt. Die Dartkästen und Pfeile sind hier in sehr gutem Zustand und technologisch viel weiter als bei uns. Der Dartkasten hat ein echtes LCD-Display und Internet-Verbindung, mit einer Chipkarte kann man sich sogar online mit Kollegen messen. Beim Cricket (eine Dart-Variante) gabs auch noch einen Unterschied zu den Schweizer Kästen: Wenn man zuviele Punkte auf dem selben Feld gesammelt hat, kann man dort keine Punkte mehr sammeln und muss auf die anderen Felder werfen, ich nehme mal an, damit es dem schlechteren Spieler trotzdem noch Spass macht, da er so immer noch aufholen kann.
Bevor wir zurück ins Hotel sind, habe ich noch in einem 24h-Laden Klamotten und Zahnpasta, etc. gekauft, da mein Zeug ja alles im verspäteten Koffer war. Bei den Klamotten habe ich die grösste Grösse "LL" genommen, hat aber alles gut gepasst, japanisch "LL" ist wohl vergleichbar mit europäisch "L".
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